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Ratgeber Anleihen

Anleihe-Rendite berechnen: Kupon, Kurswert und Laufzeit verstehen

Bei Anleihen reicht der Kupon allein nicht aus, um die Rendite zu verstehen. Entscheidend sind Kaufkurs, Nominalwert, Restlaufzeit, Rückzahlung, Stückzinsen, Kosten, Steuern und Ausfallrisiko.

Kupon und Kurs trennen Laufende Verzinsung berechnen Rendite bis Fälligkeit vorsichtig schätzen

Von Dawid Oleksiuk

Zuletzt geprüft am 26. Juni 2026

Methodik

Begriffe

Kupon, Kurs und Rendite sind nicht dasselbe

Der Kupon beschreibt die regelmäßige Zinszahlung bezogen auf den Nominalwert. Die Rendite hängt aber davon ab, zu welchem Kurs du die Anleihe kaufst und ob sie später zum Nominalwert zurückgezahlt wird.

Kauft man eine Anleihe unter 100 Prozent des Nominalwerts, kann zusätzlich zur Kuponzahlung ein Kursgewinn bis zur Fälligkeit entstehen. Kauft man über 100 Prozent, wirkt ein möglicher Kursverlust gegen den Kupon.

Beispiel

Anleihe-Rendite berechnen: 1.000 EUR Nominalwert, 960 EUR Kurs

Im Beispiel hat die Anleihe 1.000 € Nominalwert, kostet 960 €, zahlt jährlich 30 € Kupon und läuft noch 4 Jahre. Der rechnerische Kursgewinn bis zur Rückzahlung beträgt 40 €, also vereinfacht 10 € pro Jahr.

Kennzahl Vereinfachte Formel Ergebnis
Kupon bezogen auf Nominalwert 30 EUR / 1.000 EUR 3 %
Laufende Verzinsung bezogen auf Kurs 30 EUR / 960 EUR 3,1 %
Einfache Rendite bis Fälligkeit (30 EUR + 10 EUR) / 980 EUR 4,1 %

Formelgrenze

Warum die einfache Rendite nur ein Näherungswert ist

Die vereinfachte Rendite bis Fälligkeit von rund 4,1 % verteilt den Kursgewinn gleichmäßig über die Restlaufzeit und nutzt den durchschnittlichen Kapitaleinsatz. Eine exakte Effektivverzinsung berücksichtigt Zahlungstermine, Stückzinsen, Gebühren, Wiederanlage, Steuern und den tatsächlichen Kauf- und Verkaufstag.

Risiko

Höhere Anleihe-Rendite kann auch höheres Risiko bedeuten

Eine auffällig hohe Rendite kann aus einem niedrigen Kurs entstehen, der wiederum Bonitäts-, Liquiditäts- oder Zinsänderungsrisiken widerspiegelt. Bei Fonds und Anleihen-ETF verteilt sich das Emittentenrisiko zwar breiter, dafür gibt es laufende Fondslogik, Duration und Kursrisiko statt einer einzelnen bekannten Endfälligkeit.