Begriffe
Kupon, Kurs und Rendite sind nicht dasselbe
Der Kupon beschreibt die regelmäßige Zinszahlung bezogen auf den Nominalwert. Die Rendite hängt aber davon ab, zu welchem Kurs du die Anleihe kaufst und ob sie später zum Nominalwert zurückgezahlt wird.
Kauft man eine Anleihe unter 100 Prozent des Nominalwerts, kann zusätzlich zur Kuponzahlung ein Kursgewinn bis zur Fälligkeit entstehen. Kauft man über 100 Prozent, wirkt ein möglicher Kursverlust gegen den Kupon.
Beispiel
Anleihe-Rendite berechnen: 1.000 EUR Nominalwert, 960 EUR Kurs
Im Beispiel hat die Anleihe 1.000 € Nominalwert, kostet 960 €, zahlt jährlich 30 € Kupon und läuft noch 4 Jahre. Der rechnerische Kursgewinn bis zur Rückzahlung beträgt 40 €, also vereinfacht 10 € pro Jahr.
| Kennzahl | Vereinfachte Formel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Kupon bezogen auf Nominalwert | 30 EUR / 1.000 EUR | 3 % |
| Laufende Verzinsung bezogen auf Kurs | 30 EUR / 960 EUR | 3,1 % |
| Einfache Rendite bis Fälligkeit | (30 EUR + 10 EUR) / 980 EUR | 4,1 % |
Formelgrenze
Warum die einfache Rendite nur ein Näherungswert ist
Die vereinfachte Rendite bis Fälligkeit von rund 4,1 % verteilt den Kursgewinn gleichmäßig über die Restlaufzeit und nutzt den durchschnittlichen Kapitaleinsatz. Eine exakte Effektivverzinsung berücksichtigt Zahlungstermine, Stückzinsen, Gebühren, Wiederanlage, Steuern und den tatsächlichen Kauf- und Verkaufstag.
Risiko
Höhere Anleihe-Rendite kann auch höheres Risiko bedeuten
Eine auffällig hohe Rendite kann aus einem niedrigen Kurs entstehen, der wiederum Bonitäts-, Liquiditäts- oder Zinsänderungsrisiken widerspiegelt. Bei Fonds und Anleihen-ETF verteilt sich das Emittentenrisiko zwar breiter, dafür gibt es laufende Fondslogik, Duration und Kursrisiko statt einer einzelnen bekannten Endfälligkeit.