Begriff
Kann man Rentenpunkte kaufen?
Umgangssprachlich wird oft von Rentenpunkte kaufen gesprochen. In der gesetzlichen Rentenversicherung ist die wichtigere Praxis aber: Versicherte können unter bestimmten Voraussetzungen Sonderzahlungen leisten, um Abschläge bei einer vorgezogenen Altersrente auszugleichen.
Das ist keine allgemeine Geldanlage mit frei wählbarer Rendite. Die Deutsche Rentenversicherung erstellt auf Antrag eine besondere Auskunft, in der unter anderem die voraussichtliche Rentenminderung und ein möglicher Ausgleichsbetrag genannt werden.
Voraussetzungen
Wann Sonderzahlungen möglich sind
- Die Deutsche Rentenversicherung nennt als Einstieg typischerweise das vollendete 50. Lebensjahr.
- Es muss erklärt werden, voraussichtlich eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen in Anspruch nehmen zu wollen.
- Die Voraussetzungen für die gewählte vorgezogene Altersrente müssen bis zum geplanten Rentenbeginn erfüllbar sein.
- Die maximale Sonderzahlung wird nicht pauschal aus einer Tabelle abgelesen, sondern individuell berechnet.
Abschlag
Was mit der Sonderzahlung ausgeglichen wird
Die Tabelle zeigt nur die monatliche Rentenminderung bei einer angenommenen Bruttorente von 1.600 €. Der tatsächliche Ausgleichsbetrag wird von der Rentenversicherung anhand der persönlichen Daten und Rechengrößen ermittelt.
| Früherer Rentenbeginn | Abschlag | Monatliche Minderung |
|---|---|---|
| 12 Monate | 3,6 % | 57,60 € |
| 24 Monate | 7,2 % | 115,20 € |
| 36 Monate | 10,8 % | 172,80 € |
Nachteile
Rentenpunkte kaufen: Nachteile und Prüffragen
- Das Kapital ist nach der Zahlung nicht mehr frei verfügbar.
- Der Nutzen hängt von Rentenbeginn, Lebenserwartung, Steuern und Beiträgen ab.
- Alternativen wie Liquiditätsreserve, private Vorsorge oder Schuldenabbau müssen separat verglichen werden.
- Die steuerliche Behandlung kann relevant sein, gehört aber in eine Steuerberatung.
- Eine pauschale Online-Tabelle ersetzt nicht die individuelle Rentenauskunft.