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Ratgeber Kapitalerträge

Jahressteuerbescheinigung verstehen: Kapitalerträge, Steuerabzug und Anlage KAP

Die Jahressteuerbescheinigung fasst steuerlich relevante Kapitalerträge und einbehaltene Steuern einer Bank für ein Steuerjahr zusammen. Sie ist kein Renditebericht, sondern ein Steuerdokument.

Kapitalerträge und Steuerabzug lesen Anlage KAP vorbereiten Verlustbescheinigung abgrenzen

Von Dawid Oleksiuk

Zuletzt geprüft am 26. Juni 2026

Methodik

Definition

Was ist eine Jahressteuerbescheinigung?

Eine Jahressteuerbescheinigung wird von der Bank oder dem Broker für Kapitalerträge erstellt, wenn steuerlich relevante Werte zu bescheinigen sind. Sie kann Kapitalerträge, einbehaltene Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, anrechenbare ausländische Steuer und weitere Hinweise enthalten.

Das Dokument ist vor allem für die Steuererklärung relevant. Es ersetzt nicht die Depotabrechnung, die Performance-Auswertung oder die Transaktionshistorie. Für einzelne Verkäufe, Ausschüttungen und Vorabpauschalen können zusätzliche Bankunterlagen nötig sein.

Inhalte

Welche Werte stehen in der Jahressteuerbescheinigung?

Feld Beispielwert Wofür prüfen?
Kapitalerträge 1.500 € Ausgangspunkt für die Prüfung, bevor Pauschbetrag und Verluste wirken.
Kapitalertragsteuer 125,00 € Bereits einbehaltener Steuerbetrag, der in Anlage KAP relevant sein kann.
Solidaritätszuschlag 6,88 € Nebenabgabe auf die Kapitalertragsteuer im vereinfachten Beispiel.
Anrechenbare Quellensteuer 0,00 € Nur relevant, wenn ausländische Kapitalerträge und anrechenbare Beträge vorliegen.

Anlage KAP

Wann ist die Jahressteuerbescheinigung für Anlage KAP wichtig?

Anlage KAP kann relevant werden, wenn Kapitalertragsteuer geprüft, erstattet, angerechnet oder anders behandelt werden soll. Typische Auslöser sind ein nicht ausgeschöpfter Sparer-Pauschbetrag, mehrere Banken, ausländische Kapitalerträge, eine Günstigerprüfung oder Verlustverrechnung. Ob eine Eintragung nötig ist, gehört zur Steuererklärung.

Abgrenzung

Jahressteuerbescheinigung, Erträgnisaufstellung und Verlustbescheinigung

Eine Erträgnisaufstellung kann detaillierter zeigen, welche Ausschüttungen, Zinsen oder Verkäufe zu den Jahreswerten geführt haben. Die Jahressteuerbescheinigung fasst dagegen steuerlich bescheinigte Werte für das Steuerjahr zusammen.

Eine Verlustbescheinigung ist gesondert zu sehen. Sie kann nötig werden, wenn Verluste nicht nur innerhalb derselben Bank, sondern in der Steuererklärung mit anderen Kapitalerträgen berücksichtigt werden sollen.

Depotwechsel

Nach Depotübertrag: alte und neue Bank getrennt prüfen

Wer im Steuerjahr das Depot gewechselt hat, sollte Unterlagen beider Banken prüfen. Verkäufe, Ausschüttungen, Vorabpauschalen, Verlusttöpfe und übertragene Anschaffungsdaten können sich auf mehrere Dokumente verteilen.