Definition
Was ist der Cost-Average-Effekt?
Der Cost-Average-Effekt, auch Durchschnittskosteneffekt genannt, entsteht bei regelmäßigen gleich hohen Käufen. Bei einem ETF-Sparplan kaufst du mit 250 € monatlich bei niedrigem Kurs mehr ETF-Anteile und bei hohem Kurs weniger ETF-Anteile.
Das kann den durchschnittlichen Kaufpreis glätten. Es bedeutet aber nicht, dass ein Sparplan automatisch mehr Rendite bringt als eine Einmalanlage. Wenn Märkte über den Betrachtungszeitraum stark steigen, kann früher investiertes Kapital im Modell klar im Vorteil sein.
Beispielrechnung
Cost-Average-Effekt berechnen: Beispiel mit vier Käufen
Im Beispiel werden viermal 250 € investiert. Der Preis schwankt zwischen 80 € und 125 €. Insgesamt fließen 1.000 € in den Sparplan.
| Monat | Preis je Anteil | Sparrate | Gekaufte Anteile |
|---|---|---|---|
| Monat 1 | 100,00 € | 250 € | 2,500 |
| Monat 2 | 80,00 € | 250 € | 3,125 |
| Monat 3 | 125,00 € | 250 € | 2,000 |
| Monat 4 | 100,00 € | 250 € | 2,500 |
Anteile gesamt
10,125
Durchschnittskaufpreis
98,77 €
Einfacher Preisschnitt
101,25 €
Formel
Durchschnittskaufpreis richtig einordnen
Durchschnittskaufpreis = gesamte Einzahlungen / gesamte gekaufte Anteile
Im Beispiel sind das 1.000 € geteilt durch 10,125 Anteile, also rund 98,77 € je Anteil. Der einfache Durchschnitt der vier Preise liegt bei 101,25 €. Dieser Unterschied entsteht, weil die feste Sparrate bei niedrigeren Preisen mehr Anteile kauft.
Sparplan oder Einmalanlage
Wann der Cost-Average-Effekt hilft und wann er überschätzt wird
In der Beispielreihe endet der Preis wieder bei 100 €. Der Sparplanwert liegt dann bei 1.012,50 €. Eine Einmalanlage von 1.000 € zum ersten Preis läge bei 1.000,00 €. Der Vorteil von 12,50 € entsteht hier nur, weil zwischenzeitlich günstiger gekauft wurde.
| Variante | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| ETF-Sparplan | Geringerer Timing-Druck, gute Disziplin, automatische Käufe bei unterschiedlichen Kursen. | Ein Teil des Geldes bleibt anfangs noch nicht investiert und kann in steigenden Märkten weniger lang arbeiten. |
| Einmalanlage | Das gesamte Kapital ist sofort investiert und kann bei steigenden Märkten früher Rendite erwirtschaften. | Der Einstiegspunkt wiegt stärker. Wer kurz vor fallenden Kursen investiert, erlebt die Schwankung sofort mit dem ganzen Betrag. |
Kritik
Der Cost-Average-Effekt ist kein Garant für Mehrertrag
- Der Effekt beschreibt eine Kaufmechanik, keine sichere Zusatzrendite.
- Bei langfristig steigenden Kursen kann eine frühe Einmalanlage im Erwartungswert besser abschneiden.
- Kosten, Spreads, Steuern und Produktauswahl können den Vorteil kleiner Durchschnittspreise überlagern.
- Ein Sparplan passt vor allem, wenn regelmäßiges Einkommen investiert wird oder der Einstieg psychologisch leichter gestaffelt gelingt.
- Eine Notreserve und ein ausreichend langer Anlagehorizont sind wichtiger als die Hoffnung auf einen perfekten Durchschnittskurs.
Zinspfad-Rechnung
Cost Average im Sparplanrechner weiterdenken
Ein Durchschnittskaufpreis zeigt nur die Einstiegsspur. Für die eigentliche Planung zählen Laufzeit, Renditeannahme, Kosten und Inflation. Mit 250 € monatlich, 20 Jahren, 6 % Renditeannahme, 0,3 % Kosten und 2 % Inflation ergibt Zinspfad im Modell rund 110.055 € Endwert, oder 74.064 € in heutiger Kaufkraft.