Definition
Was ist ein Anleihen-ETF?
Anleihen sind Schuldverschreibungen. Wer eine Anleihe hält, leiht dem Emittenten Geld und erhält dafür typischerweise Zinsen. Ein Anleihen-ETF hält viele solcher Anleihen nach einem Index und macht sie als Fondsanteil handelbar.
Anders als bei einer einzelnen Anleihe mit bekannter Endfälligkeit bleibt ein Anleihen-ETF meist laufend investiert. Er kauft und verkauft Anleihen entsprechend dem Index. Deshalb kann sein Kurs deutlich schwanken, wenn Marktzinsen, Bonität oder Währungen sich verändern.
Risiko
Warum steigende Zinsen Anleihen-ETF belasten können
Wenn Marktzinsen steigen, verlieren ältere Anleihen mit niedrigeren Kupons oft an Wert. Je länger die durchschnittliche Laufzeit beziehungsweise Duration, desto stärker kann ein Fonds reagieren. Eine Kostenquote von 0,2 % wirkt zusätzlich jedes Jahr gegen die Rendite, auch wenn sie niedrig erscheint.
Varianten
Staatsanleihen-ETF, Unternehmensanleihen und Laufzeiten unterscheiden
| Variante | Worauf achten? | Hauptrisiko |
|---|---|---|
| Kurzlaufende Staatsanleihen-ETF | Niedrigere Zinssensitivität, oft geringere Renditeerwartung | Zinsänderung, Währung und Emittenten bleiben zu prüfen |
| Breite Anleihen-ETF | Viele Laufzeiten und Emittenten in einem Fonds | Durchschnittliche Duration und Bonität bestimmen Schwankungen |
| Unternehmensanleihen-ETF | Zusätzliche Kreditrisikoprämie möglich | Höheres Ausfall- und Spreadrisiko als bei sehr sicheren Staatsanleihen |
Portfolio
Anleihen-ETF im Portfolio: Rechenannahme statt Empfehlung
In Zinspfad-Rechnern kannst du eine vorsichtige Renditeannahme und Kosten für einen Fondsbaustein modellieren. Daraus wird aber keine Empfehlung für eine bestimmte Quote. Die passende Mischung hängt von Risikotragfähigkeit, Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf, Steuern und vorhandenen sicheren Rücklagen ab.