Kernrisiko
ETF können deutlich fallen, auch wenn sie breit gestreut sind
Ein ETF reduziert Einzelwertrisiken nur, wenn der Index breit gestreut ist. Das allgemeine Marktrisiko bleibt. Ein weltweiter Aktien-ETF kann in Krisen stark fallen, weil viele Märkte gleichzeitig unter Druck geraten.
Wer eine feste Ausgabe in wenigen Jahren finanzieren muss, sollte einen Aktien-ETF anders bewerten als jemand mit jahrzehntelangem Anlagehorizont. Risiko ist deshalb immer eine Kombination aus Produkt, Ziel, Zeit und Verhalten.
Drawdown
Verlustbeispiel: 30 % Minus braucht mehr als 30 % Plus
Fällt ein ETF-Depot von 50.000 € um 30 %, bleiben 35.000 €. Um wieder auf den Ausgangswert zu kommen, braucht das Depot anschließend rund 42,9 % Gewinn. Diese Asymmetrie macht Anlagehorizont und Liquiditätsreserve wichtiger als eine optimistische Durchschnittsrendite.
Risikoarten
Die wichtigsten ETF-Risiken im Überblick
| Risiko | Typisches Beispiel | Prüffrage |
|---|---|---|
| Marktrisiko | Aktienmärkte fallen breit, der ETF fällt mit. | Anlagehorizont und Verlusttragfähigkeit prüfen. |
| Konzentrationsrisiko | Ein Index ist stark in wenigen Ländern, Branchen oder Titeln gewichtet. | Indexmethodik und Top-Positionen ansehen. |
| Währungsrisiko | Fremdwährungen schwanken gegenüber dem Euro. | Fondswährung nicht mit Währungsrisiko verwechseln. |
| Replikationsrisiko | Swap- oder Sampling-ETF bilden den Index nicht eins zu eins physisch nach. | Produktdokumente und Tracking-Abweichung lesen. |
| Zinsrisiko | Anleihen-ETF können bei steigenden Zinsen fallen. | Duration und Anleihequalität separat prüfen. |
Planung
Wie du ETF-Risiko in Rechnerannahmen übersetzt
- Rechne nicht nur mit einem Durchschnittsszenario, sondern auch mit niedriger Rendite.
- Halte kurzfristige Ausgaben getrennt vom ETF-Depot.
- Prüfe, ob ein Sparplan psychologisch leichter durchzuhalten ist als eine Einmalanlage.
- Vergleiche Risikosenkung durch Rebalancing mit Kosten und Steuern.