Definition
Was bedeutet Kapitalverzehr?
Kapitalverzehr liegt vor, wenn regelmäßige Auszahlungen, Kosten und Wertschwankungen das Vermögen über die Zeit reduzieren. Das ist nicht automatisch schlecht: Wer Kapital für den Ruhestand aufgebaut hat, kann es bewusst einsetzen. Kritisch wird es, wenn die Entnahme höher ist als die geplante Laufzeit und das Risiko zulassen.
Rechnerbeispiel
Kapitalverzehr berechnen: 250.000 EUR und verschiedene Monatsraten
Das Beispiel startet mit 250.000 €, 4 % Renditeannahme, 0,3 % Kosten und 25 Jahren Laufzeit. Bei 1.200 € konstanter Monatsrate bleiben im Modell rund 35.236 € Restkapital.
| Monatsrate | Auszahlungen gesamt | Restkapital | Status |
|---|---|---|---|
| 900 € | 270.000 € | 182.935 € | reicht im Modell |
| 1.200 € | 360.000 € | 35.236 € | reicht im Modell |
| 1.600 € | 339.300 € | 0 € | aufgebraucht nach 17,8 Jahre |
Inflation
Inflationsangepasste Entnahme erhöht den Kapitalverzehr
Wenn dieselbe Start-Entnahme jährlich mit 2 % Inflation steigt, liegt das Restkapital im Modell bei rund 0 €. Die reale Kaufkraft der Auszahlungen bleibt stabiler, aber der Kapitalstock wird stärker belastet.
Abgrenzung
Kapitalverzehr, 4%-Regel und Auszahlplan nicht verwechseln
Kapitalverzehr beschreibt den Effekt. Ein Auszahlplan oder Entnahmeplan ist die konkrete Zahlungslogik. Die 4%-Regel ist eine Faustregel für die Entnahmerate. Zinspfad trennt diese Begriffe, damit du im Rechner gezielt Monatsrate, Laufzeit, Restkapital und Inflationsanpassung testen kannst.